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Die Heldenreise

Nichts ist demotivierender, als nach dem dritten, vierten oder auch fünften Anlauf die Rohfassung für deinen ersten autobiografischen Roman wieder in die unterste Schublade zu feuern. Und jetzt komm ich auch noch und sage dir, dass es viele unterschiedliche Schreibmethoden gibt. Zum Beispiel die Heldenreise, die genau das hätte verhindern können.

In dieser  Artikelserie stelle ich dir die 12 Phasen der klassischen Heldenreise als eine der Schreibmethoden für deinen ersten autobiografischen Roman vor. Du darfst also gespannt sein, wie sich die Heldenreise im Zusammenspiel mit den dramaturgischen Archetypen zu einer kleiner Bibliothek vermischen.

Die Muster der dramaturgischen Archetypen werden dir, gemeinsam mit der Heldenreise, einen wertvollen Dienst bei der Figurenentwicklung leisten. In dieser Kombination von bist du schon einen ganz großen Schritt weiter, den roten Faden so schnell nicht mehr aus der Hand zu geben oder gar zu verlieren.

Die Heldenreise, nur reine Theorie?

Die Theorie der klassischen Heldenreise wäre eine reine Theorie geblieben, hätten da nicht Christopher Vogler & Joseph Campbell etwas mitgemischt. Also jeder für sich. So verwundert es auch nicht, dass viele Drehbücher für Hollywood auch eben genau auf Grundlage dieser Theorie geschrieben wurden und werden.

Zu diesen beiden Herren Vogler und Campbell gesellt sich in einer anderen Serie noch ein weiterer Herr: Carl Gustav Jung. Über ihn erfährst du mehr in der Artikelserie über die Archetypen für deine Figurenentwicklung nutzen.

Über die drei oben genannten Herren gibt es im Netz viel zu lesen, zu sehen und zu hören, was du dir gerne auf deine Todoliste notierst, sozusagen als „Pflichtlektüre“ bzw. Fachliteratur. Ich werde mich hier lediglich auf die Anwendung beim Schreiben beziehen.

Ich selbst nutze die Heldenreise zur Unterstützung, um meine unzähligen Ideen zu sortieren, zu strukturieren und letztendlich mit einem eigenen roten Faden den eigentlichen Schreibprozess zu beginnen. Dabei bleibe ich so flexibel, wie ich es möchte. Darf mich aber gerne auch an ein paar Regeln halten, die es mir, besonders in der Wüste des 2.Aktes einfacher machen, den Faden nicht zu verlieren.

Unterstützung für deinen Schreibprozess

Es gibt noch viele andere Methoden und Möglichkeiten, deinen Roman zu schreiben und nur du kannst die für dich stimmige Art und Weise, deinen Roman zu schreiben, herausfinden. Die klassische Heldenreise ist dabei nicht das Non plus Ultra. Mir selbst ist es immer wichtig, dass ich flexibel bleibe. Vor allem muss ich hin und wieder mal die Richtung ändern können, wenn ich merke, die Figuren wollen nicht so ganz mitspielen, wie ich es gerne hätte. Die Heldenreise unterstützt dabei und sie wird es auch bei dir tun.

Deine autobiografische Geschichte mit der Heldenreise aufbauen

Die Übersicht für die 12 Phasen der klassischen Heldenreise nach Vogler

  1.  Gewohnte Welt – Begrenztes Problembewusstsein
  2.  Ruf des Abenteuers – Gesteigertes Bewusstsein
  3.  Weigerung – Widerwille gegen Veränderung
  4.  Begegnung mit dem Mentor – Überwindung des Widerwillens
  5.  Überschreiten der 1. Schwelle – Bereitschaft zur Veränderung
  6.  Bewährungsproben – Erste Versuche in der neuen Welt
  7.  Vordringen zur tiefsten Höhle, zum empfindlichsten Kern –
    Vorbereitung auf große Veränderung
  8.  Entscheidende Prüfung – Versuch der Veränderung
  9.  Belohnung – Verbesserungen und Rückschläge
  10.  Rückweg – Erneute Selbstbesinnung
  11.  Auferstehung – KLIMAX-Abschließender Versuch der großen Veränderung
  12.  Rückkehr mit dem Elixier – ENDE-Meistern des Problems

Bevor die Reise beginnt

Wenn du nun die Heldenreise als Schreibmethode verwenden möchtest, macht es Sinn, vorab schon mal über folgende Dinge nachzudenken:

  • Warum, für wen und mit welcher Botschaft möchtest du deine Lebensgeschichte in einem autobiografischen Roman schreiben?
  • Wie gut kennst du deine Figuren, besonders deine Hauptfigur? Hast du eventuell einen Lebenslauf oder einen Charakterbogen zumindest für die wichtigsten Figuren erstellt?
  • Weisst du, wann du dich am besten auf deinen Schreibprozess einlassen kannst? Kennst du deine produktiven Schreibzeiten?
  • Bist du dir sicher, dass es die Heldenreise sein soll, die dich in deinem Schreibprozess unterstützen wird? Hast du dir vielleicht auch noch andere Techniken angesehen wie z.B. die Schneeflocken-Methode?
  • Hast du ausreichend über das Thema deines Stoffes recherchiert, um nicht den Schreibprozess unnötig unterbrechen zu müssen?

Die Idee, mal einen Thriller zu schreiben, beschäftigte mich lange Zeit. So lange, dass ich mich irgendwann entscheiden
musste, mach ich es oder lass ich es sein.

Es dauerte eine Weile, bis ich mich zu diesem Drei-Tageskurs über die klassische Heldenreise in Verbindung mit den
dramaturgischen Archetypen anmeldete. Alleine kam ich bei diesem Thema ja nicht weiter, weil ich nichts von dem verstand,
was ich dazu an Info’s gefunden hatte. Das sollte mir jemand erklären, der sich damit auskennt.

Mein Start mit der Heldenreise – Ich fasse mich mal kurz

Mit meinem Krimi-Thema im Gepäck ging ich in diesen Kurs. Die kursleitende Autorin war super und der Kurs an sich
mega spannend. Ich verstand nicht nur den Sinn dieser, sondern auch anderer Schreibmethoden und war erstaunt,
wie einfach es war, sich einen roten Faden zu kreieren, ohne ihn bei der nächstbesten Möglichkeit wieder zu verlieren.
Und das für mich Wichtigste: ich brauchte weder mich als Autorin noch meine Geschichte zu verbiegen.

Am letzten Tag konnten die Teilnehmer, die schon etwas veröffentlicht hatten, ihre Werke mitbringen.
Und als ich so zuschaute, wie mein autobiografischer Roman durch die Reihen gereicht wurde, fiel es mir das erste Mal auf.
Ich hatte mein allererstes Buch, ohne es zu wissen, nach der klassischen Heldenreise geschrieben.

Ich hatte meinen Figuren instinktiv die Muster einiger Archetypen verpasst

und die Hauptfigur zu einer Heldin in ihrem Leben gemacht. Wen wunderts da noch, dass mir diese Schreibmethode am besten gefällt.
Aber auch die anderen Techniken sehe ich mittlerweile nicht mehr als lästig oder störend an.

Und noch etwas wurde mir klar, als ich die klassische Heldenreise dann für mein Krimi-Thema anwenden wollte.
Nach zwei schrecklichen Alpträumen und schrägen Gedanken und Vorstellungen legte ich ohne schlechtes Gewissen die Idee,
einen Krimi zu schreiben ad acta.

Ich will keine Krimis schreiben und auch keine Horrorgeschichten. Dafür gibt es Autoren,
die das von ganzem Herzen gerne machen. Ich bleibe bei meinen Geschichten mit zwar ernsthaftem Hintergrund,
aber immer einem glücklichen Ende.

Jeder Start in eine Heldenreise ist etwas Besonderes

Ob nun für deine ganz eigene Reise oder die deiner Hauptfigur. Du kannst für die Vorbereitungen zu deiner Geschichte
mit dieser Artikelserie die Heldenreise starten. In meiner autobiografischen Begleitung nutze ich dafür persönliche Videos und
Videopräsentationen für das theoretische Wissen und die individuelle Umsetzung.

Hier in den Blog-Beiträgen bleibt es bei den geschriebenen Worten, um dir das Gesamtkonzept Klassische Heldenreise
etwas näher zu bringen. Wenn du weiter einsteigen möchtest, schreibe mir gerne eine Email an: kontakt@manuela-lesniok.com.
Oder wir verabreden uns zu einem ersten Gespräch, dass ich dir hier gerne anbiete.

Was ist das Thema deines Stoffes?

Vielleicht hast im Zusammenhang mit dem Thema eine Geschichte schreiben schon mal von einer Stoffsammlung gehört?
Das sind all die Notizen und Recherchen, die du bereits gemacht und irgendwo abgespeichert und/oder aufgeschrieben hast.
Vielleicht liegt sie jetzt auch in Form eines Stapels auf deinem Schreibtisch. Genau um diese Stoffsammlung geht es.

Was ist der Inhalt?

Welches Hauptthema wird sich durch deine aufgeschriebene Geschichte bewegen?

Antworten auf diese und weitere Fragen findest du in dieser Artikelserie.

Mit oder ohne Stoffsammlung die Heldenreise starten

Noch bevor irgendetwas geschieht, ist die erste und wichtigste Frage vor allem:
Die Frage nach dem Thema des Stoffes.

Wenn sich auch die Geschichten unterscheiden, die Hauptthemen darin bleiben immer gleich, wie z.B. der Wille,
Unrecht aus der Welt zu schaffen, Sehnsucht nach Verständnis und/oder Liebe, Suche nach Selbstverwirklichung,
Verlangen nach Rache, Gier, Verlangen nach Freiheit und ganz oben stehen die zwischenmenschlichen Beziehungen
und das alltägliche Leben.

Schau dir einmal dein eigenes Verhalten an,

wenn du, ganz klassisch, in der Buchhandlung bist und Ausschau nach einem neuen Roman, Thriller und einem Fantasy-Roman hältst.
Dein erster Eindruck ist in der Regel das Cover, der Buchtitel, der Autorenname und der Klappentext.
Erst dann schlägst du das Buch auf und wirfst einen ersten Blick hinein. Somit hast du als Leser bereits die ersten Informationen,
die dich entweder ansprechen oder eben auch nicht.

Wir gehen jetzt mal vom ersten Aspekt aus, um den Bogen zu dir als Autorin wieder zu spannen.
Denn genau hier an dieser Stelle, auf den ersten Seiten, solltest du den Leser nicht enttäuschen. Er hat bereits seine Erwartungen
und möchte nun am liebsten in die Geschichte eintauchen. Er will wissen, was ist das für ein Mensch, was seine gewohnte Welt,
was macht er sonst so als Held bzw. auf dem Weg dorthin und habe ich mit ihm vielleicht sogar etwas gemeinsam.

Es besteht bereits eine Verbindung vom Leser zur Hauptfigur, und der Leser möchte nun ganz genau wissen,
mit wem er es zu tun hat. Dabei muss die Hauptfigur nicht zwingend selbst auf der Bildfläche erscheinen.
Hinweise auf erste sichtbare Probleme des Helden können den Leser erahnen lassen, dass die Reise des Helden
nicht nur entspannt ablaufen wird.

Die eine Frage im Zusammenhang mit deiner Heldin

Auf diesen ersten Seiten muss eine Frage im Zusammenhang mit der Hauptfigur in den Raum gestellt werden.
In diesem ersten Zusammentreffen handelt es sich um die übergeordnete Frage der gesamten Geschichte,
die Frage nach dem Thema deines Stoffes.

Jedes einzelne Kapitel und auch jede einzelne Szene bekommt eine weitere Frage, die die Handlung voran und
die Hauptfigur ihrem Ziel ein Stück näher bringt, sie wachsen und sich entwickeln lässt.

Wenn der innere und der äußere Konflikt deiner Hauptfigur erkennbar ist, und zwar gleich auf den ersten Seiten, wird der Leser sich selbst ein Bild machen können und erahnen, was am Ende auf dem Spiel steht. Dabei berühren ihn vor allem die inneren Krisen wirklich emotional.

Zwei Tipps, um mit der Heldenreise flexibel zu bleiben

Du kannst auch mit der Handlung direkt starten und erst ganz zum Schluss, wenn die eigentliche Rohfassung bereits fertig ist,
das einführende Kapitel oder auch einen Prolog schreiben, der all die Inhalte, die ich oben beschrieben habe, enthält.
Das hat den ersten Vorteil, dass du einfach mit deiner Geschichte starten kannst.

Der zweite Vorteil:  in einer autobiografischen Geschichte sind die Handlungen deiner Hauptfigur schon klar. Du kennst die Entwicklung
deiner Hauptfigur und kannst den Leser einfacher neugierig machen, auf das was kommt.

Stell dir vor, du hast einen Richtungswechsel während deines Schreib-Prozesses und änderst etwas im zweiten Drittel
an der Figur oder ihren Handlungen. Du müsstest jetzt alles Vorangegangene prüfen, besonders die erste Phase, ob was du dort
über sie geschrieben hast, noch aktuell ist. Das kannst du somit vermeiden und dir ein ganzes Stück Arbeit sparen.

Der nächste Tipp:

Noch bevor du jetzt mit dem Aufriss deiner Geschichte beginnst, empfehle ich dir: den letzten Satz als Anker für die Reise deiner Hauptfigur zuerst zu schreiben. Er hilft dir, deinen roten Faden während des eigentlichen Schreibweges nicht wieder zu verlieren.

Nun, dies sind ein paar Denkanstöße & ein paar Fragen, die nur du dir selbst beantworten kannst.

Ich wünsche dir ganz viel Freude in deinem Schreibprozess,
herzliche Grüße zu Dir

Was ich dir auch anbiete:

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damit wir gemeinsam herausfinden können, wie es für dich und mich gemeinsam weitergehen kann.

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