Die Figuren in deiner Kurzgeschichte

Wenn dies der erste Artikel in dieser Serie über die Kurzgeschichte ist, dann empfehle ich dir,
dir auch die Beiträge “Kurzgeschichten – eine Überblick” und “Kurzgeschichten schreiben”.
In diesem Artikel wird es um die Figuren in deiner Kurzgeschichte gehen.

Die Figuren in deiner Kurzgeschichte 

Anders wie in einem Roman geht es in einer Kurzgeschichte oft nur um eine einzige Person.
Doch es gilt in dieser Momentaufnahme umso mehr, alles über diese Figur zu wissen. Besonders dann,
wenn du in Erwägung ziehst, sie später auch in deine autobiografische Geschichte mit zu verwenden bzw. einzubauen.

Vieles, was du für eine Kurzgeschichte brauchst, wird dir später auch bei längeren Texten und größeren Projekten helfen.
Ich hatte das in einem anderen Artikel in dieser Serie schon geschrieben. Was deine eigene Geschichte betrifft,
kannst du also die Themen, Orte, Dialoge & Monologe, die Personen aus deiner eigenen Lebensgeschichte etwas
näher unter die Lupe nehmen. Da mit den Figuren in deinem möglicherweise autobiografischen Roman wie auch
in einer Kurzgeschichte alles steht und fällt, schauen wir da jetzt im Bezug auf die Kurzgeschichte einmal genauer drauf.

Zwei bis zwanzig Seiten kannst du als durchschnittliche Länge einer Kurzgeschichte einplanen.
Das bedeutet, das ist der Platz für:

– eine Hauptfigur
– einen wesentlichen Charakterzug deiner Hauptfigur
– ein Motiv deiner Hauptfigur

Dass du dich auf nur eine Hauptfigur konzentrierst, bedeutet nicht, dass es keine weiteren Figuren geben darf.
Nur das Hauptaugenmerk liegt in der Regel bei einer Hauptfigur. Ausnahmen sind unter bestimmten Bedingungen möglich.
Hat deine Hauptfigur noch einen weiteren wesentlichen Charakterzug, so ist das der Stoff für die nächste Kurzgeschichte.

Das betrifft ebenso das Zeitfenster für deine Geschichte. Wenn du in einem größeren Werk über möglicherweise
viele Jahre schreibst, sind es in der Kurzgeschichte oft nur ein paar wenige Momente, ein paar Stunden. Manchmal auch
ein paar Tage, das hängt einfach auch vom Thema und weiteren Inhalt ab. Jedoch zu groß sollte die Zeitspanne nicht sein.

Die Kurzgeschichte als Momentaufnahme

Hast du vielleicht schon das eine oder andere Mal begonnen, Ausschnitte aus deinem Leben auf dem Papier festzuhalten.
Vielleicht sogar mit dem Hintergedanken, daraus eine autobiografische Geschichte zu schreiben? Doch als es dann in die Tiefe ging,
gelang es dir nicht, dich nur auf nur auf diesen einen Moment zu konzenzentrieren?

Dann können dir die Kurzgeschichten eine großartige Hilfe sein, diese Hürde bei deinem nächsten Anlauf zu überspringen.
Denn hier heißt es, nur das Wesentliche in die Geschichte zu packen. Zwar musst du trotzdem so viel wie möglich
über deine Figur oder auch Figuren wissen, jedoch erfährt es der Leser über die Figuren selbst. Über ihr Handeln.

Ein zusätzliches Beschreiben ist nicht notwendig und würde auch den Rahmen für eine kurze Geschichte sprengen.
Beschrieben wird nur, was wichtig für diese eine Aktion ist.

Ein möglicher Aufbau und die Figuren einer Kurzgeschichte 

Von der Gliederung in drei Teile für eine Geschichte habe ich mich ja schon häufiger geäußert hier auf meiner Blog-Homepage: Einleitung, Hauptteil, Schluss. Bei einer Kurzgeschichte wäre das die Pointe. Diese Pointe in der Kurzgeschichte bedeutet:

– von Anfang an wird auf genau diesen Zeitpunkt hin geschrieben.
– Hier wird aufgelöst und dann ist Schluss, zumindest für diese Geschichte.

Ich gebe dir hier ein Beispiel, wie du eine Kurzgeschichte mit einem Dialog aufbauen kannst.
Probiere dich dabei auch gerne aus, so wirst du Schritt für Schritt flexibler beim Schreiben deiner Geschichten.

– In der Einleitung dem Leser die Hauptfigur vorstellen, den Leser auf sie neugierig machen
– eine zweite Figur mit einem Dialog in die Geschichte bringen
– die Handlungen über den Dialog abdecken, der Vorteil, es benötigt keine weiteren Beschreibungen von Äußerlichkeiten, bis auf die gleich zu Anfang, um die Hauptfigur vorzustellen
– der Leser befindet sich mitten im Geschehen,
– Höhepunkt der Geschichte mit Happyend oder eben auch nicht,
– mit dem Dialog auch die Geschichte auflösen und enden lassen.

Schreibe mir doch eine Nachricht an kontakt@manuela-lesniok.com, wenn du mehr über einzelne Unterthemen von Kurzgeschichten wissen möchtest.

Wir lesen uns dann im nächsten und vorerst letzten Artikel dieser Serie, den ich wieder in meiner Flaschenpost und auch Telegram-Kanal ankündigen werde.

Ich wünsche dir ganz viel Freude in deinem Schreibprozess und in den Vorbereitungen für deinen Start.
Herzliche Grüße zu Dir

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